Sicherheit bedeutet auch: Meine Familie ist bei mir
Eine andere Geschichte ist die eines syrischen Vaters. Er kam vor etwa dreieinhalb Jahren allein nach Deutschland. Seine Frau und seine Kinder waren weiterhin in einer unsicheren Situation. Seine eigene Ankunft in Deutschland bedeutete deshalb noch lange nicht das Ende seiner Angst. Er war in Sicherheit – seine Familie war es noch nicht. Fast zwei Jahre dauerte es, bis die Familie wieder zusammen sein konnte. In Syrien hatte der Mann Jura studiert, das Studium aufgrund des Krieges aber nicht abschließen können. Später arbeitete er unter anderem im Libanon und in der Türkei und schickte Geld nach Hause, um seine Familie zu ernähren.
Heute lebt die Familie gemeinsam in Deutschland. Inzwischen haben die Eltern ein weiteres Kind bekommen. Sechs Menschen wohnen allerdings noch immer in einer Einzimmerwohnung. Die Sicherheit ist da, viele Probleme des Alltags bleiben. Der Vater hat sich beruflich neu orientiert und eine Qualifizierung zum Busfahrer begonnen, die er in Kürze abschließen wird. Seine Kinder haben sich in der Schule gut entwickelt, Freundschaften geschlossen und fühlen sich in ihrem neuen Umfeld wohl. Diese Geschichte zeigt: Sicherheit bedeutet mehr als die Abwesenheit von Krieg. Für einen Vater kann Sicherheit bedeuten, zu wissen, dass seine Kinder morgens zur Schule gehen und wieder nach Hause kommen. Sie bedeutet, dass eine Familie zusammenleben und wieder Pläne machen kann.